KFV Stormarn tagte zwischen den Festtagen
Eher unspektakulär verlief die Mitgliederversammlung des Stormarner Kreisfeuerwehrverbandes. Geprägt war die Sitzung von Ehrungen und Beförderungen sowie die Rede von Landrat Klaus Plöger.
Viele Gäste aus Politik, Verbänden und Wirtschaft sowie zahlreiche Ehrenmitglieder und mehrere Kreiswehrführer der Nachbarkreise begrüßte Kreisbrandmeister Gerd Riemann (Reinfeld), der zum siebten Mal insgesamt und an diesem Abend zum ersten Mal in seiner zweiten Amtszeit als Vorsitzender des Verbandes die Sitzung leitete.
Bürgermeister Janhinnerk Voß (Großhansdorf) machte in seinem Grußwort deutlich, dass ein Feuerwehrmann in der Beliebtheitsskala ganz weit vorn stehe. Dort würden Kommunalpolitiker nie hinkommen. Kreispräsidentin Christa Zeuke lobte die Wehren für ihre stete Einsatzbereitschaft, mahnte aber die Politik mit Blick nach Reionebk, für vernünftige Arbeitsbedingungen zu sorgen. Dort hätten fast 20 Feuerwehrangehörige gedroht, ihren Dienst zu quittieren, sollte es keine Lösung im Streit um einen Neubau des Gerätehauses geben. „Vielleicht trägt der Vermittlungsversuch des Innenministers ja zu einer Lösung bei“, so Zeuke. Die Kreispräsidentin ist sich sicher, dass es zu einer für alle Seiten tragbare Lösung kommen werde.
Ralf Thomsen, stellvertretender Landesbrandmeister, gratulierte zunächst der Wehr Großhansdorf zu der mit Bravour bestandenen Leistungsbewertung und dem damit errungenen fünften Stern. Für das kommenden Jahr wolle der Landesverband nun die Fahrberechtigungsverordnung vorantreiben. Thomsen wünschte sich, dass die Feuerwehren nicht als Eventmanager ihrer Gemeinde auftreten würden. Immer wieder gäbe s bei Versammlungen zuerst ein Lob an den Kulturträger Nummer eins der Gemeinde, die Feuerwehr. „Für jede Feuerwehr muss „Retten, Löschen, Bergen, Schützen“ wieder an erster Stelle stehen.“ Leider sei das vielerorts im Lande nicht mehr der Fall. Es könne nicht sein, dass eine Feuerwehr quasi den Biertresen im Anhänger hinter dem Einsatzfahrzeug herziehe.
Ein Teil der Erfolgsstory des Kreises Stormarn sei die Feuerwehr, sagte Landrat Klaus Plöger in seiner mit Spannung erwarteten gut 15-minütigen Rede. Und selbstverständlich seien auch die Hilfsorganisationen ein Teil der Erfolgsstory. An die Reinbeker Feuerwehr gewandt sagte Plöger: „Ihr feiert im kommenden Jahr euer 125-jähriges Jubiläum. Ihr lasst euch doch nicht eure Feier von den Stadtvertretern versauen, nur weil die ein bisschen schräg sind!“ So ein Thema könne man auch nutzen, um Erwartungshaltungen nach oben zu bringen. Ein Berufsfeuerwehr würde die Stadt viel teurer kommen. Plöger geht davon aus, dass schon bald Bewegung in die Sache komme und man am Ende zu einer vernünftigen Lösung komme.
„Leitstelle. Das war in diesem Jahr ein tolles Thema“, so Plöger. Vor kurzem habe es einen Rucksack in der Bahn gegeben. Was da alles veranstaltet worden sei. Ein Unbeteiligter habe gesagt, dass er den Rucksack aus dem Zug geworfen hätte. Dann hätte die Bahn die vier Stunden weiterfahren können. Man dürfe zwar so nicht denken, aber manchmal wäre es vielleicht besser, auch so an solche Geschichte ranzugehen. „Mich hat aber der Ablauf der ganzen Geschichte gestört. Unsere Rettungsleitstelle hat nur durch Zufall davon erfahren. Das darf nicht sein. Und das die Bundespolizei nicht weiß, wen sie anrufen soll, wird künftig hoffentlich nicht mehr vorkommen.“
„Im Bezug auf unsere künftige neue Leitstelle mit Lauenburg und Ostholstein zusammen ärgert mich, dass der Lübecker Senator Möller im Nachhinein die Fakten verdreht. Ich habe es als Unverschämtheit genommen, dass man uns nach unserem Beschluss, es ohne Lübeck zu machen, vorgeworfen hat, wir seien nicht hanseatisch und wir hätten etwas gegen Lübeck.“ Wer seinen Kram über 20 Jahre so verkommen lasse und bei jedem Einsatz hoffe, die Knöfe gingen noch, und dann die moderne Technik und auch noch Geld aus der Nachbarschaft in die Hansestadt holen wolle, weil dort alles hanseatisch sei und dann auch noch bestimmen wolle, wo es lang gehe – Hallo? „Bei uns geht es nach Qualität und nach einer vernünftigen Finanzplanung“, erklärt Plöger. Die Zusammenarbeit der Feuerwehren und des Rettungsdienstes zwischen Lübeck und den Umlandkreisen funktioniere allerdings hervorragend.
Ab dem kommenden Jahr soll die Kreisfeuerwehrzentrale erweitert und modernisiert werden. Dafür habe der Kreis 2,8 Millionen Euro in 2012 und 2013 bereit gestellt, so der Landrat. Kreiswehrführer Gerd Riemann erklärte später, der Verband werde das Geld sinnvoll verbauen.
Nach den Ehrungen und Beförderungen verdienter Feuerwehrmänner und –frauen sowie dem gemeinsam gesungenen Schleswig-Holstein Lied endete die Mitgliederversammlung.
Text: Jens Burmester