JHV FF Sprenge
Die Ära Rolf Stapelfeld ist bei der Freiwilligen Feuerwehr Sprenge zu Ende. Nach 18 Jahren als Wehrführer und sechs Jahren als stellvertretender Wehrführer machte Stapelfeld jetzt Platz für einen Nachfolger.
Immerhin 24 der 28 aktiven Kameraden waren der Einladung zur Hauptversammlung gefolgt. Die fand in diesem Jahr im Steinburger Ortsteil Mollhagen in der Gaststätte Bern statt, da der Umbau des Sprenger Gemeinschaftshauses noch nicht fertig ist. Neben den Aktiven begrüße Stapelfeld bei seiner letzten Versammlung als Wehrführer auch viele Ehrenmitglieder, unter ihnen Joachim Stapelfeld, den Bürgermeister der Gemeinde Steinburg, Heino Doose und den Amtswehrführer des Amtes Bad Oldesloe Land, Christian Rieken.
10 Einsätze musste die Wehr im Jahr 2010 abarbeiten. Zweimal mussten dabei brennende Fahrzeuge auf der Bundesstraße 404 gelöscht werden, einmal setzten die Kameraden hydraulisches Rettungsgerät ein, um eine Person nach Verkehrsunfall aus dem Auto zu befreien. Insgesamt seien die Einsätze auf der B404 aber zurückgegangen, freute sich Stapelfeld.
Bürgermeister Heino Doose dankte den Mitgliedern der Wehr für ihr Engagement und ihre Mithilfe beim Umbau des Gemeinschaftshauses in Sprenge. Bislang habe die Wehr fast 200 Stunden unentgeltlich geleistet, fügte Stapelfeld an. Dazu kämen 83 Stunden , die die Brandschutzerzieher an Schule und Kindergarten sowie mit den Konfirmanden abgeleistet hätten. Für eine relativ kleine Ortswehr sei das eine beachtliche Zahl an Stunden, die zusätzlich zum normalen Einsatz- und Übungsdienst geleistet wurden und das verdiene Anerkennung und Achtung, sagte Doose.
Amtswehrführer Christian Rieken machte noch einmal deutlich, dass die Gemeinde pro Jahr einen Kameraden oder eine Kameradin mit 1500 Euro unterstütze, wenn er oder sie den Führerschein für LKW machen wolle. Er forderte gerade die jungen Kameraden auf, davon Gebrauch zu machen, denn für die modernen Einsatzfahrzeuge sei der Führerschein der Klasse C erforderlich. Das trifft dann in der Zukunft auch in Sprenge zu, denn in der Gemeindevertretung wird gerade die Anschaffung eines neuen Fahrzeugs auf den Weg gebracht.
Die Sirenen in Sprenge wie auch in den anderen beiden Steinburger Ortsteilen Mollhagen und Eichede werden in den nächsten Wochen auf digitale Meldeempfänger umgerüstet. Die FF Sprenge möchte für alle Einsatzkräfte jetzt eine Handyalarmierung einrichten. Dafür soll für etwa 3000 Euro ein entsprechendes Gerät angeschafft werden, das bei Alarm dann an alle Kameraden eine Alarm-SMS verschickt. Eine solche Alarmierungsart hat allerdings keine Zulassung für die Feuerwehren, sondern darf nur als zusätzliche Alarmierung neben Sirene oder Funkmeldeempfänger betrachtet werden.
Nach den Grußworten wurde es spannend. Neben der Wehrführung mussten auch die Vorstandsposten Gruppenführer und Gerätewart sowie ein stellvertretender Gruppenführer und ein Kassenprüfer gewählt werden. Nach Satzung der Feuerwehren ist für die Wehrführung eine geheime Wahl vorgeschrieben, alle anderen Posten können in offener Wahl erledigt werden. Erwartungsgemäß wurde der bisherige zweite Mann der Wehr, Wilfried Preuß zum neuen Wehrführer gewählt. Sein Nachfolger als Vizechef wurde Malte Hamann, bisher stellvertretender Gruppenführer. Gerätewart Andreas Dahms und Gruppenführer Hendrik Doose wurden in ihren Ämtern bestätigt. Neuer stellvertretender Gruppenführer wurde Roland Voss, der auch schon das Amt des Schriftwartes innehat. „Nur eine geheime Wahl ist eine reelle Wahl“, sagte der scheidende Wehrführer Rolf Stapelfeld und seine Kameraden nahmen ihn beim Wort. Sogar als es um die Wahl eines Kassenprüfers ging (einziger Kandidat Rolf Stapelfeld), mussten Stimmzettel verteilt werden, da drei Mitglieder eine geheime Wahl forderten. Stapelfeld wurde einstimmig gewählt.
Arnold Panitzek(83) konnte leider nicht an der Versammlung teilnehmen. Er soll für 60-jährige Mitgliedschaft geehrt werden. Die Wehrführung wird ihm die Ehrennadel zu Hause überreichen. Uwe Köhn erhielt die Nadel für 30 Jahre aktiven Dienst, Andreas Dahms ist seit 25 Jahren dabei und erhielt eine Urkunde. Die Ehrung wird ihm dann beim Amtsfeuerwehrfest in Lasbek zuteil. Frederike(19) und Malte Scepan(17) wurden in die aktive Wehr aufgenommen und zur Feuerwehrfrau beziehungsweise zum Feuerwehrmann befördert. Peinliche Panne : Jan Barkmann hätte ebenfalls für 25 Jahre geehrt werden müssen. Doch ihn hatte Schriftführer Roland Koch schlichtweg übersehen und nicht auf dem Zettel.
Bericht/Foto: Jens Burmester