ADAC und Feuerwehren: Rettungskarte
Jede Sekunde zählt
Für Verletzte geht es bei Unfällen oft um Minuten. Immer wieder müssen die Einsatzkräfte der Feuerwehren hydraulisches Rettungsgerät einsetzen, um eingeklemmte Menschen aus ihrem Fahrzeugwrack zu befreien.
„Dank der stetigen Weiterentwicklung und durch den Einsatz modernster Techniken und Materialien werden die Autos immer sicherer„, sagt Hartwig Goldenbaum, Vorstand Technik und Verkehr des ADAC-Hansa. Untersuchungen des ADAC haben ergeben: je neuer das Auto, desto länger dauert die Rettung. „Die „goldene Stunde„ ist in Gefahr„, weiß Matthias Schmitting, Pressesprecher des ADAC-Hansa. In diesem Zeitfenster sind 20 Minuten für Alarmierung und Anfahrt, 20 Minuten für die Rettung vor Ort und 20 Minuten für die medizinische Erstversorgung und den Abtransport vorgesehen. „Innerhalb dieser Stunde stehen die Chancen besonders gut, das Leben eines Schwerverletzten zu retten„, erklärt Schmitting.
Doch die Einsatzkräfte haben immer öfter Probleme. Hochfester Stahl, neueste Legierungen und die eingebauten Sicherheitseinrichtungen wie Gurtstraffer und Airbags lassen die Retter an ihre Grenzen stoßen.
„Nicht alle Wehren haben Rettungsgerät wie Schere und Spreizer der neuesten Generation„, erklärt Gerd Riemann, Kreiswehrführer in Stormarn.
In der Tat sind die älteren Geräte den Anforderungen der neuen Fahrzeuggenerationen kaum noch gewachsen. „Die Geräte haben einfach einen zu geringen Druck und bleiben im Einsatz einfach stehen oder gehen möglicherweise sogar kaputt„, sagt Riemann. Wenn eine Feuerwehr ein neues Fahrzeug beschaffe, würden in der Regel auch die Rettungsgeräte der neuesten Generation mit angeschafft.
Ab sofort soll nun die vom ADAC und dem Verband der Automobilindustrie
(VDA) entworfene Rettungskarte die Rettungszeiten verkürzen. Mit einem flächendeckenden Einsatz der Rettungskarte ließen sich nach ADAC-Schätzungen pro Jahr 2500 Unfalltote verhindern. In der Rettungskarte sind alle rettungsrelevanten Informationen zum Fahrzeug aufgeführt. Die Karte sollte hinter der Sonnenblende auf der Fahrerseite mitgeführt werden. Ein leuchtend gelber Aufkleber an der Windschutzscheibe weist die Retter darauf hin, dass das Auto eine Karte an Bord hat.
Karosserieverstärkungen, Gurtstraffer Gasgeneratoren für Airbags, Tankanlage, Batterie und Steuergeräte sind auf der Rettungskarte in einer Fahrzeugzeichnung eingearbeitet. Sogar optimale Schnittpunkte für die hydraulischen Rettungsgeräte der Feuerwehr sind schon bei vielen Fahrzeugtypen eingezeichnet. „Für die Arbeit der Feuerwehren bedeutet das eine ungeheure Erleichterung. Zudem dürfte die Rettung einer Person wesentlich schneller ablaufen„, sagt Kreiswehrführer Gerd Riemann.
ADAC Vorstand Goldenbaum weiß, dass es bei neueren Autos ungleich schwieriger ist, Personen zu retten, als bei älteren Modellen. Das hätten Untersuchungen des ADAC ergeben. „Sind Ende der achtziger Jahre noch knapp 10000 Menschen bei Verkehrsunfällen getötet worden, so sind es heute nur noch etwas weniger als die Hälfte.„ Das sei sicherlich darauf zurück zu führen, dass die Autos immer sicherer würden.
Schließlich kämen die Sicherheitsstandarts alle aus dem Rennsport und wenn man sehe, wie glimpflich ein Crash bei einem Autorennen abgehe, sei das schon beeindruckend. Mit der Rettungskarte wolle man erreichen, dass die Zahl der Unfalltoten noch einmal deutlich sinke.
Tests des ADAC hatten in der Vergangenheit ergeben, dass eine Feuerwehr mit einer Rettungskarte eine Personenrettung elf Minuten schneller als ohne dieses neue Hilfsmittel.
Nun sollen alle Wehren des Kreisfeuerwehrverbandes Stormarn schnellstmöglich über die Rettungskarten informiert werden. Dafür übergab Vorstand Goldenbaum 100 CD´s mit Informationen über die Rettungskarte an den Kreisfeuerwehrverband. Wer sich eine Rettungskarte in sein Auto legen möchte, kann sich die passende Karte unter www.adac.de/Rettungskarte oder www.rettungskarte.de herunterladen und ausdrucken. Den Aufkleber gibt es über jede Geschäftsstelle des ADAC.
Die Internetseiten werden übrigens ständig aktualisiert.